mystage

Polizeigroßeinsatz in Brandoberndorf

Am 15.08.2010 löste ein Konzert der Hooligan-Band Kategorie C in der Brandoberndorfer Disco 'mystage' einen Großeinsatz der Polizei aus. Obwohl es zu keinen direkten Gewalttätigkeiten kam, sorgten die seit dem Nachmittag in Bahnhofsnähe versammelten Anhänger der Band, die z. T. durch ihre Kleidung und das Gröhlen entsprechender Parolen eindeutig der rechten Szene zuzuordnen waren, für Angst und Schrecken in der Bevölkerung. Unter diesem Eindruck wurde tags darauf eine Erklärung formuliert, die gleich von allen Waldsolmser Parteien unterzeichnet wurde.

Ziel war es, der Betreiberin der Discothek klarzumachen, dass die Waldsolmser Bürger es nicht hinnehmen würden, wenn mit entsprechenden Veranstaltungen die Gemeinde sich schleichend zum Nazi-Treffpunkt entwickeln sollte.

Hier der Wortlaut der Erklärung, die am 19.08. in den Waldsolmser Nachrichten erschien.

 

 

Kein Raum für Nazis in Waldsolms!!!

Am Samstag, den 15.08.2010 war unsere Gemeinde Schauplatz eines Treffens von Neo-Nazis. In der Brandoberndorfer Discothek „mystage“ trafen sich etwa 400 Anhänger der rechtsextremen Szene aus dem ganzen Bundesgebiet. Anlass war ein als Privatveranstaltung deklariertes Konzert einer in der Hooligan- und Neo-Nazi-Szene bekannten Band.
Begleitet wurde das Konzert von einem Großeinsatz der Polizei, die durch ihre Präsenz und Einsatzführung vom Nachmittag bis spät in die Nacht dafür sorgte, dass es zu keinen Gewalttätigkeiten kam. Wer Zeuge dieser gespenstischen Szenerie wurde, musste zu Recht Angst, Wut und Ohnmacht fühlen. Die wenigsten hätten solche Zustände bei uns bislang für möglich gehalten.
Ermöglicht wurde diese Veranstaltung erst durch die Inhaberin der Discothek, die das Konzert in ihren Räumen stattfinden ließ. Bereits in der Vergangenheit gab es dort Veranstaltungen, mit denen offensichtlich ganz bewusst – und leider auch erfolgreich – die rechte Szene angesprochen wurde. Es scheint sich herumgesprochen zu haben, dass dem rechten Sumpf in Waldsolms ein Treffpunkt geboten wird.
Damit muss Schluss sein! Wir erklären, dass in Waldsolms kein Platz ist für gewaltbereite Neo-Nazis und ihre menschenverachtenden Ideologien. Wir begrüßen eine Discothek in unserer ländlichen Gemeinde, die auch mit Live-Konzerten ein Angebot für junge Leute schafft. Aber es kann nicht sein, dass bewusst auf die rechtsextreme Szene abgezielt wird, damit „der Laden läuft“. Wir fordern die Inhaberin hiermit unmissverständlich auf, die Angebote für die rechtsextreme Szene sofort einzustellen und sich öffentlich von dieser zu distanzieren.

Die Waldsolmser Ortsverbände der SPD, CDU, FWG, BLAUEN und GRÜNEN

 

Auf diese Erklärung erhielten wir ein Schreiben der Discothek-Betreiberin. Lesen Sie hier unsere Antwort.

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